Werkgruppe
Saigon
Papierarbeit, Rendering (CGI)
Die Saigon-Serie zeigt ein Hotelzimmer in Saigon, in dem die Handlung des Antikriegsfilms Apocalypse Now (1979) von Francis Ford Coppola beginnt. Saigon 1 stellt eine digital erarbeitete Version dieses Hotelzimmers dar, in dem der Protagonist Captain Willard mitten im Vietnamkrieg auf seinen Auftrag wartet. Das Zimmer ist spärlich erleuchtet, die Jalousien lassen nur wenige Sonnenstrahlen hindurch und man erkennt dahinter schemenhaft einen Hubschrauber. Im Bildmittelgrund ist ein Tisch mit Whiskyglas und -flasche zu sehen, daneben Tabletten und ein verschlossener Luftpostbrief. Die Flasche sowie das Glas sind noch gut gefüllt, wohingegen in Saigon 2 beides geleert ist. In Saigon 3#1 steht an der Stelle der Whiskyflasche eine Wasserflasche, eine geöffnete Tür zeigt einen Weg aus dem Zimmer heraus und die Lichtsituation erscheint weniger bedrohlich als in den beiden Motiven zuvor.
Weyermann hatte bei der Arbeit an der Saigon-Serie Werke niederländischer Stillleben-Maler wie Willem Claeszoon Heda (1594–1680) oder Pieter Claesz (1596/1597–1661) im Sinn. Saigon 1 und 2 haben den Anschein von Memento mori-Darstellungen, die das Vergängliche allen menschlichen Daseins unterstreichen. Coppola thematisiert in Apocalypse Now das Morden und Sterben im Vietnamkrieg und zeigt dessen Sinnlosigkeit, Grausamkeit und Absurdität. Insbesondere der psychologische Aspekt interessiert ihn und wird auch von Weyermann in der Werkserie behandelt. Mit der Arbeit Saigon 3#1 entwirft sie ein hoffnungsvolles Ende, das einen Ausweg scheinbar möglich macht.
